BP Nr2
04. Juni 2006
alex

Ostarrichi Rallye: Sensationsseg von Mörtl

Die Premiere der Ostarrichi-Rallye war packend und nervenzerreißend bis zur letzten Sonderprüfung, ja beinahe bis zum letzten Kilometer - und sie endete mit einer Sensation.



: Nachdem der ungarische Gruppe-A-Pilot Krisztian Hideg mit über 20 Sekunden Vorsprung auf Gruppe-N-Pilot Mörtl in die 12. Sonderprüfung startete und damit schon wie der sichere Sieger aussah, kam am Ende doch alles anders!

Krisztian Hideg fiel wenige Kilometer vor dem Ende der allerletzten SP durch einen unnötigen aus - ein Riesenpech für den sympathischen Ungarn, der die Chance gehabt hätte, im Kampf um die österreichische Staatsmeisterschaft viel Boden auf den in Griechenland weilenden Staatsmeister Raimund Baumschlager gut zu machen.

Großer Profiteur war Achim Mörtl, der damit den Gesamt- und den Gruppe-N-Sieg feiern durfte, seinen vierten bei dieser Rallye. Einerseits war der Erfolg nicht unverdient, schließlich konnte der Kärntner über weite Strecken das Tempo der stärker motorisierten Konkurrenz mitgehen. Andererseits tat Subaru-Pilot Mörtl der Ausfall von Hideg leid: "Naja, des einen Pech, des anderen Glück. Es tut mir sehr leid für Krisztian Hideg, der sich den Sieg wirklich verdient gehabt hätte. So haben mein Co-Pilot und ich einen glücklichen Gesamtsieg feiern können, was mich besonders für den Sigi freut, weil es nach fünf Jahren wieder einmal ein Gesamtsieg für ihn ist - noch dazu bei seiner Heimrallye! Die Prüfungen waren sehr schön, aber unglaublich anspruchsvoll, das war eine schwere Rallye."

Platz zwei ging an Hermann Gaßner, der nach einem etwas verschlafenen Beginn mit seinem neuen Arbeitsgerät, einem Mitsubishi Evo IX, doch noch richtig gut in Schwung kam und drei Gesamtbestzeiten erzielen konnte: "Sehr schöne Strecken, aber zu viel Wasser, das wäre mein Kurz-Resümee. Wir waren ganz gut unterwegs und konnten ein bißchen Rückstand wett machen, mit Platz zwei sind wir zufrieden."

Glücklich war Mario Saibel (Mitsubishi Evo VIII), der sich in einem nervenaufreibenden Kampf gegen den stark aufkommenden Franz Sonnleitner im baugleichen Auto durchsetzen konnte und gesamt Rang drei eroberte: "Die Rallye hat schon am ersten Tag gut begonnen, am zweiten Tag war mir nur etwas zu viel Wasser. Gott sei Dank hab' ich den Franz Sonnleitner hinter mir halten können, da geht mein Dank auch an Co Peter Müller, mit dem die Zusammenarbeit schon super klappt!" Dahinter jubelte ein anderer Mitsubishi-Pilot: Johannes Keferböck (Mitsubishi Evo VI) fixierte Rang fünf und wurde damit bester Lokalmatador, er hielt sich den Wiener Walter Kovar (Mitsubishi Evo VII) um 8,1 Sekunden vom Leib.

Mindestens genauso sensationell wie der Gesamtsieg von Achim Mörtl ist der Gruppe-A-Triumph von David Doppelreiter. Der Youngster aus Niederösterreich hatte mit seinem neuen Arbeitsgerät, einem Peugeot 206 S1600, bislang nicht viel Glück, ausgerechnet bei dieser verregneten Rallye röhrte der Fronttriebler aber wie am Schnürchen und ermöglichte Doppelreiter in der Gruppe A voll zu punkten. "Ich bin ein bisserl überrascht und glücklich zugleich. Der Sieg ist toll und Platz zwei in der Meisterschaft noch viel besser. Ich möchte außerdem noch ein Kompliment an die Organisation aussprechen. Die Rallye ist wunderschön gewesen und das bei diesen Bedingungen so durchzubringen ist sensationell…" Achter wurde Ernst Haneder (Mitsubishi Lancer Evo VIII) aus St. Oswald bei Freistadt, als zweitbester Lokalmatador war er mit dem Resultat dennoch nicht hundertprozentig glücklich.

Völlig anders war die Gemütslage bei Ex-Radprofi Martin Fischerlehner. Er fuhr sensationell und hatte am Ende das Glück des Tüchtigen, wodurch er und Co-Pilot Dominik Jahn den Gesamtsieg in der Klasse der Diesel- bzw. Alternativantriebsfahrzeuge feiern konnten. "Mir taugt's wenn's rutscht! Bei solchen Bedingungen ist außerdem unser Leistungsnachteil nicht so gravierend!" Das Pech des Tüchtigen hatte Seppi Stigler: Der VW Golf IV Diesel KitCar-Pilot fiel, nachdem er bereits die Führung übernommen hatte, auf der elften SP nach einem Ausrutscher aus…

Den zweiten Platz in der alternativen Klasse sicherte sich Beppo Harrach - und das bei der Weltpremiere seines gasbetriebenen Mitsubishi Evo VI! "Bei unserem Ausrutscher hatten wir sehr viel Glück daß wir nicht mehr beschädigt haben. Abgesehen davon bin ich wirklich zufrieden mit dem zweiten Platz, das ist für den ersten Probeeinsatz unter Rennbedingungen nicht schlecht." Hannes Danzinger, in einem VW Golf GTI ebenfalls mit Gasantrieb unterwegs, hatte das Nachsehen, er wurde "nur" Dritter der Klasse D9, Michael Böhm , der mit seinem Fiat Stilo noch drei SP´s vor Schluß vor Harrach und knapp hinter Danzinger lag, riskierte in den verbelibenden Sonderprüfungen nicht zu viel und kam auf Rang vier ins Ziel. Der zweite Stilopilot Patrick Breiteneder holte mit Rang sechs seine ersten Pukte in der Diesekklasse.

In der Klasse N3 siegte der slowenische Starter Rok Turk (Peugeot 206 RC), nur 23,6 Sekunden vor einem prächtig aufgelegten Mike König (Opel Astra GSi), danach folgte der beste Ford Fiesta: Daniel Wollinger eroberte somit nicht nur den dritten Rang in der N3 sondern auch den Sieg in der Ford Fiesta Sporting Trophy, die er deutlich vor Rene Winter und Christoph Leitgeb gewann. Last but not least die Gruppe H: Dort war Gerhard Aigner (Mazda 323) vor seinem Markenkollegen Johann Seiberl erfolgreich, Horst Stürmer (Audi quattro Coupè) wurde Dritter.

Die Teilnehmer an der historischen Europameisterschaft waren von den Strecken nicht minder begeistert - nur der Dauerregen hatte auch ihnen schwer zugesetzt. Am Ende gab es den erwartet überlegenen Sieg von Hans Georg Lindner, der seinen Ford Escort RS 2000 wie immer spektakulär über die Sonderprüfungen prügelte. "Ich fahre seit dem ersten Tag ohne Differentialsperre, dafür ist es eigentlich toll gelaufen. Ich freue mich über den Sieg beim EM-Lauf und über meinen Sieg in der historischen österreichischen Staatsmeisterschaft", so Lindner, der noch anmerkte: "Ich glaube, ich muß in Zukunft öfters EM fahren!"

Bei seinem Sieg ließ er dem Zweitplatzierten, Josef "Sepperl" Pointinger, keine Chance, 1:21.3 Minuten Rückstand trennten die beiden Österreicher am Ende. Pointinger verschenkte allerdings viel Zeit bei einem Ausrutscher: "Ich habe mit einem eigentlich harmlosen Dreher über eine Minute verloren - das kannst gegen den Hans Georg eben nicht mehr aufholen…"

Bester "Gaststarter" aus dem Ausland wurde auf Platz drei Paolo Pasutti mit einem Porsche 911 SC, sein Rückstand betrug schon fast vier Minuten, Vierter wurde der Schwede Bo Axelsson (Porsche 911), Michael Stoschek (Porsche 911 RS) - eigentlich ein Mitfavorit - mußte sich mit Platz fünf zufrieden geben.



Endstand nach 12 Sonderprüfungen ÖM

1. Achim Mörtl/Sigi Schwarz, Subaru Impreza (1. Gr. N) + 1:49:30.1 Stunden
2. Hermann Gaßner/Karin Thannhäuser, Mitsubishi Evo IX (2. Gr. N) + 11.7 Sek.
3. Mario Saibel/Peter Müller, Mitsubishi Evo VIII (3. Gr. N) + 2:52.2 Min.
4. Franz Sonnleitner/Mario Fahrnberger, Mitsubishi Evo VIII (4. Gr. N)+ 3:07.0
5 Johannes Keferböck/Pia Maria Schirnhofer, Mitsubishi Evo VI (5. Gr. N) + 4:04.4
6 Walter Kovar/Barbara Watzl, Mitsubishi Evo VII (6. Gr. N)+ 4:12.5
7 David Doppelreiter/Cathi Schmidt, Peugeot 206 S1600 + 5:25.4
8 Ernst Haneder/Daniela Weissengruber, Mitsubishi Evo VIII (7. Gr. N) + 6:21.6
9. Martin Fischerlehner/Dominik Jahn, Skoda Fabia RS TDI (1. Gr. D9) + 6:30.4
10. Florian Auer/Markus Peter, Mitsubishi Evo VIII (8. Gr. N) + 6:54.0

Endstand nach 12 Sonderprüfungen EM

1. Hans-Georg Lindner/Franz Blechinger, Ford Escort RS 2000 2:15:01.8 Stunden
2. Josef Pointinger/Wolfgang Nöschler, Ford Escort RS 2000 + 1:21.3 Min.
3. Paolo Pasutti/Jean Campeis, Porsche 911 SC + 3:53.8
4. Bo Axelsson/Per Hagemann, Porsche 911 + 11:32.5
5. Michael Stoschek/Dieter Schneppenheim, Porsche 911 RS + 13:11.4
6. Bernd Rothensteiner/Xaver Hiebner, Ford Escort RS 2000 + 14.32.6
7. Ossi Posch/Christian Hirsch, Ford Escort + 15:22.1
8. Walter Kunz/Petra Kunz, Porsche 911 T + 20:15.9
9. Giuseppe Zanchetti/Alessandro Tramonti, Porsche 911+ 21:19.3
10. Sandro Sinuello/Illario Dominutti, Lancia Fulvia HF + 23:19.2

Die wichtigsten Ausfälle:

Willi Stengg SP 2/Getriebe, Bernhard Jahn SP 4/Unfall, Toto Wolff SP 4/Unfall, Kris Rosenberger SP 4/Motor, Christof Klausner SP 7/Ausritt, Hubertus Thum SP 4/Ausritt, Alois Forstenlechner SP 10/Halbachse, Seppi Stigler SP 11/Ausritt, Krisztian Hideg SP 12/Unfall


Meisterschaft ÖM
ÖM-Stand Gruppe A

1. Raimund Baumschlager 28
2. David Doppelreiter 26
3. Toto Wolff 18
4. Krisztian Hideg 12
4. Andreas Waldherr 12
6. Stepan Vojtech 10
6. Waldemar Benedict 10
8. Franz Wittmann jun. 8
8. Kris Rosenberger 8
8. Jörg Rigger 8

ÖM-Stand Gruppe N

1. Achim Mörtl 48
2. Franz Sonnleitner 34
3. Hermann Gaßner 30
4. Mario Saibel 23
5. Wilhelm Stengg 19
6. Ernst Haneder 15
7. Walter Kovar 12
7. Johannes Keferböck 12
9. Tomasz Kaucic 10
10. Günther Lichtenegger 8

ÖM-Stand Diesel und Alternative
1. Michael Kogler 46
2. Martin Fischerlehner 37
3. Hannes Danzinger 28
4. Günther Jörl 20
5. Seppi Stigler 17
5. Michael Böhm 17
7. Markus Jaitz 15
8. Gerhard Kraus 12
8. Willi Rabl jun. 12
10. Beppo Harrach 10

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