BP Nr2
12. November 2007
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Stohl gewinnt im Waldviertel- wird aber aus der Wertung genommen

Mit einem ungefährdeten Sieg von Manfred Stohl endete die 27. Auflage der OMV Rally Waldviertel. Der 35-jährige Wiener erzielte mit dem gasbetriebenen Mitsubishi Lancer Evo IX 13 von 17 Sonderprüfungsbestzeiten und triumphierte nach 2001 und 2002 zum dritten Mal beim Finale der Österreichischen Rallye Staatsmeisterschaft. Platz zwei ging an Stepan Vojtech (CZ/Mitsubishi Evi IX) vor dem Überraschungsmann aus Polen, Michal Kosciuszko im Fiat Grande Punto S2000. Die schwierigen Wetterverhältnisse verlangten Mensch und Maschinen alles ab, ließen jedoch die rund 50.000 Zuschauer an den drei Veranstaltungs¬tagen, rund um Litschau, Horn und Gars am Kamp, jubeln.

Erfolgreiche „final rallydays“
Die 27. Auflage der OMV Rally Waldviertel, die heuer im Raum Horn, Litschau, Fuglau und Gars am Kamp ausgetragen wurde, war nicht unbedingt durch gutes Wetter begünstigt. Am Freitag waren die Verhältnisse in der Gegend um Litschau äußerst unwirklich, es schneite, es regnete, dazu kamen Sturmböen mit Spitzen bis zu 100 km/h. Am Schlusstag war es etwas besser, aber immer noch nicht richtig angenehm. Trotzdem waren an den drei Rally-Tagen mehr als 50.000 Besucher ins Waldviertel gekommen, um bei den „final rallydays“ dabei zu sein.

Für Organisationsleiter Helmut Schöpf war es die letzte Zusammenarbeit mit Hauptsponsor OMV, der sich nach vierjährigem Engagement aus der Rallyszene zurückzieht: „Diese Entscheidung ist natürlich ein schwerer Schlag für mich und die beiden Veranstalter ÖAMTC ZV Baden und MSRR Neulengbach. Trotzdem möchte ich mich für die gemeinsamen Jahre sehr herzlich bedanken. Ob es im nächsten Jahr weitergeht, hängt natürlich von wirtschaftlichen Überlegungen ab. Natürlich habe ich schon ein Organisations-Konzept im Kopf, ob es sich realisieren lässt, wird sich erst in den kommenden Monaten herausstellen Dank gilt auch dem Sportland Niederösterreich, den Gemeinden und allen übrigen Sponsoren. Besonders möchte ich mich aber bei den Aktiven, den Teams und meiner kompletten Funktionärsriege bedanken, die bei schwierigsten Bedingungen einen tollen Job verrichtet haben.“

Gala-Vorstellung des WM-Piloten
Manfred Stohls (CNG Mitsubishi Lancer Evo IX) Gas-Premiere wurde mit einem überlegenen Sieg gekrönt. Der 35-jährige Wiener erzielte 13 von 17 Sonder¬prüfungsbestzeiten, darunter elf von zwölf am zweiten Tag, und lag am Ende 1:50,7 Minuten vor Stepan Vojtech (Mitsubishi Lancer Evo IX). Der tschechische OMV BIXXOL-Pilot belegte bei der OMV Rally Waldviertel schon zum dritten Mal den zweiten Platz. Noch auf den letzten Sonderprüfungskilometer sorgte der Pole Michal Kosciuszko für die große Überraschung. der 22-jährige Pole mit dem Fiat Punto Grande S2000 profitierte von den technischen Problemen von Beppo Harrach, dem auf SP 14 die vordere rechte Antriebswelle brach. Damit schafft Kosciuszko noch den Sprung aufs Podest. Harrach im zweiten CNG Mitsubishi Lancer musste sich mit Platz vier zufrieden geben.

Stohl: „Diese Rally ist einmalig und sicher die schönste Veranstaltung in Österreich. Ich wollte hier unbedingt mit dem CNG Mitsubishi gewinnen. Natürlich war es auch ein ganz guter Test für den WM-Lauf in Irland, weil es dort sicher genauso rutschig wird.“

Harrach: „Wir sind lange auf dem zweiten Platz gelegen und hätten gute Chancen auf einen Podiumsplatz gehabt. Doch die gebrochene Antriebswelle hat alles zunichte gemacht. Trotzdem konnten wir das Potential des CNG Mitsubishi erneut unter Beweis stellen.“

Über eine besondere Trophäe darf sich Ilka Minor freuen. Die Co-Pilotin von Manfred Stohl feierte nach 1999 (mit Markus Mitterbauer) und 2002 (mit Manfred Stohl) den dritten OMV Rally Waldviertel-Sieg. Damit geht der „Ferdinand Hinterleitner-Wanderpokal (1990 bei einem Verkehrsunfall tödlich verunglückter Beifahrer von Sepp Hader) in den ständigen Besitz der zur Zeit weltbesten Co-Pilotin über.

Mit einem sehr starken zweiten Tag schob sich Toto Wolff im Gruppe-A-Mitsubishi noch auf den sechsten Gesamtrang und war sichtlich zufrieden: „Es ist ein irres Gefühl wieder dabei zu sein. Wenn wir nächstes Jahr die Meisterschaft bestreiten, dann sicher mit einem S2000.“ Mit einem Fahrzeug dieser Art (VW Polo S2000) eroberte Andreas Waldherr auf der letzten Sonderprüfung noch Rang fünf und erklärte: „Diese Rally war ein echter Test und meine erste Schotter-Rally überhaupt. Anfangs haben wir uns an Kosciuszko orientiert, doch mit Verlauf der Rally war das Risiko einfach zu groß.“ Mit Platz sieben im Gesamtklassement belegte Willi Stengg (Mitsubishi Lancer Evo IX) den zweiten Rang in der Division I. Der steirische Vize-Staatsmeister im O-Ton: „Für uns war es die erste Schotter-Rally nach zehn Jahren. Nach einem ersten Tag zum vergessen sind wir am Samstag volle Attacke gegangen.“ Hinter Peter Gavlak (Sk) und Herman Gassner (D) komplettiert Gerwald Grössing (alle Mitsubishi Lancer Evo IX) die Top-10. „Es war unsere erste Schotter-Rally und wir sind am zweiten Tag erst richtig ins Fahren gekommen.“

Ein viel umjubeltes Comeback feiert Sepp Haider (Mitsubishi Lancer Evo VI). Der Driftkönig der Herzen begeisterte die Zuschauer, und landete auf dem zzehnten Gesamtrang. Eine Wiederholung wird es aber nicht geben. Haider: „Die Waldviertel war wie immer gleich schön und gleich besch…. . Die Rückkehr war wunderbar, aber auch einmalig.“

„Doppeltitel“ für Christoph Leitgeb
In der Division II setzte sich Christoph Leitgeb mit einem hauchdünnen Vorsprung von 1,1 Sekunden gegenüber Patrick Winter (beide Ford Fiesta ST) durch. Damit sicherte sich Leitgeb sowohl den Junioren-Staatsmeistertitel, als auch den OSK Pokal in der Division II. „Auch wenn die Situation in diesem Jahr nicht immer leicht war, so freue ich mich über diese beiden Titel umso mehr. Der zweite Tag bei der OMV Rally Waldviertel hat für vieles entschädigt. Da ist es echt toll gelaufen. Und am Schluss war das Glück auf meiner Seite.“

Knalleffekt in der Dieselklasse
Nachdem Günther Jörl (Seat Ibiza 1,9 TDI) am Freitag auf SP zwei durch einen Unfall ausgeschieden iauf Fiat Punto 199 R3D bereitete dem Kärntner vom MSC Wolfsberg ein verfrühtes Weihnachtsgeschenk, als er dem Titel nahe, auf SP 14 das linke vordere Rad verlor und aufgeben musste. Damit gewinnt Jörl mit einem Punkt Vorsprung den Titel. „Ich bin sprachlos und überglücklich. Nach dem gestrigen Abflug habe ich nicht mehr damit gerechnet. Wir sind ein ganz kleines Team und machen uns fast alles selber. Daher sind wir auf diesen Erfolg sehr stolz.“ Den Sieg bei der OMV Rally Waldviertel holte sich Andreas Patzl (Skoda Fabia RS TDI) mit 17,9 Sekunden vor Willi Rabl jun. (VW). Michael Böhm: "Ich bin fassungslos. Wir haben am Samstag total zurückgeschalten, sind auf Sicheheit gefahren und dann brechen alle vier Radbolzen am linken Vorderrad ab. Es hat eben nicht sein sollen. TMit dem Dieselpokalsieg meines Co Martin Tomasini haben wir zumindest einen "halben" Titel geholt."
Christian Böhm, der seine erste Rallye in einem Fiat Stilo absolvierte überraschtet am Samstag mit guten Dieselzeiten und schob sich vom sechsten auf den vierten Platz vor, ehe ihn ein Elektronikdeffekt in SP 14 stoppte.

In der Klasse H10 siegte Fritz Waldherr (Mitsubishi Lancer Evo III) vor Jörg Dörre (D/BMW 318iS E30). In der Klasse H11 gewann Gerhard Oppenauer (Ford Escort RS) vor Safari-Starter Josef Pointinger (Ford Escort RS). Den Volvo Original Cup entschied Siegfried Mayr (Volvo 740) für sich.

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