BP Nr2
05. Jänner 2008
dino

Hattrick für Vaclav Pech bei IQ Jänner Rallye

Die 26. Auflage der IQ Jänner Rallye, die an diesem Wochenende im Mühlviertel ausgetragen wurde, brachte dem Veranstalter Rallye Club Mühlviertel, einen vollen Erfolg. Die Rallye zählte heuer als erster Lauf zum FIA European Rallye Cup und als erster Lauf zur österreichischen und tschechischen Meisterschaft. Im Gegensatz zum Vorjahr herrschten heuer auf den 18 Sonderprüfungen absolut winterliche Bedingungen. Ein Mix zwischen Schnee, Eis und auch trockenen Stellen forderte den Piloten alles ab. Diese Leistungen goutierten auch die Fans. Waren im letzten Jahr 95.000 Besucher ins Mühlviertel gekommen, so konnte man sich heuer, bei absolutem Kaiserwetter, über 110.000 Fans freuen.

Dementsprechend zufrieden fiel auch heuer die Bilanz von OK-Leiter Ferdinand Staber aus: „Eine Winterrallye mit tollem Wetter, eine Zuschauersteigerung um mehr als 15 Prozent, eine Rallye ohne besondere Zwischenfälle, sowie sportlich eine unheimlich spannende Auseinandersetzung der Spitzenpiloten, sind Überschriften, die den Hauptsponsor IQ und auch mich begeistern. Mein besonderer Dank gehört allen Sponsoren, spezielI IQ Firmenchef KR Julius Stiglechner, der heute seinen 60. Geburtstag feiert. Weiters möchte ich mich bei den Aktiven und den Teams bedanken, hier wieder bei unseren tschechischen Freunden, die durch ihre Teilnahme sehr zum Gelingen der Veranstaltung beigetragen haben. Spezieller Dank gilt natürlich auch unserer Mannschaft mit allen Helfern und Funktionären, sie haben vollsten Einsatz gezeigt. Positiv hat sich auch der frühere Austragungstermin bewährt.

Natürlich war die 26. IQ Jänner Rallye auch sportlich gesehen ein voller Erfolg. Vaclav Pech (Mitsubishi Lancer Evo IX) konnte nach 2005 und 2007 zum dritten Mal den Winterklassiker im Mühlviertel für sich entscheiden. Der 31-jährige Tscheche bot eine wahre taktische Meisterleistung. Nachdem er zu Beginn der Rallye abwartend agierte, markierte der fünfmalige Tschechische Rallyestaatsmeister ab Freitag am Nachmittag nahezu jede SP-Bestzeit. Insgesamt brachte er es auf acht von 18 ersten Plätzen. Pech: „Es war für mich eine sehr interessante Rallye. Als am ersten Tag weniger Schnee war, sind wir zurückhaltender gefahren. Die Bedingungen am Samstag kamen uns dann besser entgegen und wir konnten attackieren. Alles in allem eine problemlose Rallye mit einigen Dellen am Auto, wo wir zu nahe an den Schneestangen waren.“ Versüßt wurde dies mit dem Preisgeld von 15.000 Euro.

Den tschechischen Doppelerfolg komplettierte Pavel Valousek (Mitsubishi Lancer Evo IX), der zu Beginn der Rallye das Feld kontrollierte. Danach fehlte das notwendige Reifenmaterial, um doch den Sieg sicher stellen zu können. Aber auch der zweite Platz ist für den WM-erfahrenen Piloten ein Riesenerfolg und wird mit 8.000 Euro belohnt. Valousek: „Wir haben unser Möglichstes getan und bis zu Mittag des zweiten Tages noch gute Chancen auf den Sieg gehabt. Ich habe den ersten Platz nicht verloren, sondern einen zweiten Rang erfolgreich erkämpft.

Mit Raimund Baumschlager (Mitsubishi Lancer Evo IX) landete der beste Österreicher auf dem dritten Platz. Der Oberösterreicher aus Rosenau, kämpfte wohl vor allem mit seiner Grippe. Doch dank seiner großen Routine konnte auch er noch am zweiten Tag zulegen und sicherte sich somit den letzten freien Platz am Podest. „Als wir bemerkt haben, dass der Sieg außer Reichweite ist, haben wir uns voll und ganz darauf konzentriert das Punktemaximum für die Österreichische Meisterschaft nach Hause zu fahren. Das ist hinsichtlich der diesjährigen Saison ein sehr wichtiger Baustein. Damit haben wir auch das Optimum herausgeholt“, erklärt Baumschlager, der 6.000 Euro Preisgeld mit nach Hause nehmen darf.

Mit Franz Wittmann jun. (Mitsubishi Lancer Evo IX) auf Platz fünf, hat ein junger Pilot gezeigt, dass heuer sehr stark mit ihm zu rechnen sein wird. Der Sohn des zehnmaligen IQ Jänner Rallye-Siegers bestach durch eine sehr gefällige Fahrweise und entwickelte sich schnell zum Publikumsmagneten. Auf der letzten Sonderprüfung musste er sich Jani Paasonen (Fin/Mitsubishi Lancer Evo IX) geschlagen geben, der nicht weniger als 30 WM-Einsätze zu Buche stehen hat und eine Macht auf Eis und Schnee ist.

Kris Rosenberger (VW Polo) bewies, dass die S2000-Boliden in diesem Jahr ein gewichtiges Wort um den Meistertitel mitsprechen werden. Der Niederösterreicher hatte lediglich auf der ersten Sonderprüfung viel Pech (Motor abgestorben, 40 Sekunden verloren). Danach wurde er von Kilometer zu Kilometer schneller und arbeitete sich vom 28. auf den sechsten Gesamtrang vor. Weniger glücklich agierte sein Markenkollege Andreas Waldherr, der seinen VW Polo S2000 zu Beginn des zweiten Tages mit Bremsdefekt abstellen musste, bis dorthin aber eine sehr ansprechende Leistung zeigte.

Der Pechvogel der 26. IQ Jänner Rallye war mit Sicherheit Ernst Haneder. Der IQ Pilot und Lokalmatador war bis zur 16. Sonderprüfung auf Podiumskurs. Doch auf der drittletzten SP rutschte er in einen Schneehaufen und verlor dadurch fast fünf Minuten. Damit war nicht mehr als der elfte Rang drin. Dennoch war er der einzige Österreicher, der bei der 26. IQ Jänner Rallye eine Sonderprüfungsbestzeit (SP 9) erzielen konnte.

In der Juniorenklasse holten Dominik Hartl (Ford Fiesta ST) und Daniel Wollinger (Ford Fiesta ST) die ersten Punkte. Die beiden gleichen Fahrer scheinen auch in der Ergebnisliste der Division II ganz oben auf.

In der Division III (Diesel) setzte sich erwartungsgemäß Ing. Michael Böhm auf Fiat Grande Punto R3D durch und setzte 17 von 18 Dieselbestzeiten. Zweiter wurde Martin Steiner auf Skoda Fabia TD, 16:44 Minuten zurück, vor dem rasenden Berufsschullehrer Maximilian Kehrer in einem VW Golf TDi, dessen Schüler ihn aufs Stockerl schraubten.

In der Klasse H10 entschied sich die Rallye auf der vorletzten Sonderprüfung. Nachdem der bis dahin führende Johann Saiberl (Mazda 323 GT-R) mit technischen Problemen ausgeschieden war und Christof Klausner (Audi Coupe Quattro) die Straße unfreiwillig verlassen musste, war der Weg frei für Severin Katzensteiner (Mazda 323 GT-R) zu seinem ersten Klassensieg.

Endstand nach 18 Sonderprüfungen
01. Vaclav Pech/Petr Uhel (CZ) Mitsubishi Lancer Evo IX 3:17:46,9 Std.
02. Pavel Valousek/Zdenek Hruza (CZ) Mitsubishi Lancer Evo IX +52,1 Sek.
03. Raimund Baumschlager/Thomas Zeltner (Ö) Misubishi Lancer Evo IX +2:37,0 Min.
04. Jani Paasonen/Aki Maaranen (Fin) Mitsubishi Lancer Evo IX +4:11,2 Min.
05. Franz Wittmann jun./Bernhard Ettel (Ö) Mitsubishi Lancer Evo IX +4:17,3 Min.
06. Kris Rosenberger/Tina-Maria Monego (Ö) VW Polo S2000 +5:55,5 Min.
07. Karel Trojan/Petr Rihak (CZ) Mitsubishi Lancer Evo IX +6:15,6 Min.
08. Peter Gavlak/Milos Hulka (Slk) Mitsubishi Lancer Evo IX +6:51,9 Min.
09. Vaclav Arazim/Julius Gal (CZ) Mitsubishi Lancer Evo IX +6:58,7 Min.
10. Hermann Gassner/Karin Tannhäuser (Ö) Mitsubishi Lancer Evo IX +7:13,2 Min.

SP-Bestzeiten:
Pech 8, Valousek 5, Paasonen 3, Haneder und Gassner je 1.

Die wichtigsten Ausfälle:
Milan Liska (CZ/ZK 0/Technik), Stig Blomqvist (Swe/SP 7/Technik), Niki Glisic (Ö/SP 7/Technik), Andreas Waldherr (Ö/vor SP 13/Technik), Jaromir Tarabus (CZ/SP 13/Unfall), Vojtech Stajf (CZ/SP 16/Unfall), Riku Tahko (Fin/SP 16/Technik), Markus Weissengruber (Ö/SP 17/Unfall), Roman Odloilik (CZ/SP 17/Technik), Johann Saiberl (Ö/SP 17/Technik), Christoph Klausner (Ö/SP 17/Unfall).

Meisterschaftsstände nach einem von acht Läufen:
Division I:
1. Raimund Baumschlager (Mitsubishi) 20 Punkte, 2. Franz Wittmann jun. 17 Punkte, 3. Kris Rosenberger (VW) 14 Punkte, 4. Ernst Haneder (Mitsubishi) 12 Punkte, 5. Johannes Keferböck (Mitsubishi) 11 Punkte, 6. Mario Saibel (Mitsubishi) 10 Punkte, 7. Michael Kogler (Mitsubishi) 9 Punkte, 8. Markus Benes (Subaru) 8 Punkte, 9. Bernhard Jahn (Subaru) 7 Punkte, 10. Robert Zitta (Subaru) 6 Punkte.

Division III (Diesel):
1. Ing. Michael Böhm (Fiat) 20 Punkte, 2. Martin Steiner (Skoda) 17 Punkte, 3. Max Kehrer (VW) 14 Punkte.

FIA European Rally Cups:
1. Vaclav Pech (CZ/Mitsubishi) 15 Punkte, 2. Pavel Valousek (CZ/Mitsubishi) 13 Punkte, 3. Raimund Baumschlager (Ö/Mitsubishi) 7 Punkte, 4. Jani Paasonen (Fin/Mitsubishi) 5 Punkte, 5. Franz Wittmann jun. 4 Punkte, 6. Kris Rosenberger (Ö/VW) 3 Punkte, 7. Karel Trojan (CZ/Mitsubishi) 2 Punkte, 8. Peter Gavlak (Slk) und Ernst Haneder (Ö/beide Mitsubishi) je 1 Punkt.

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